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Mittelalter
Im Laufe des Mittelalters entstanden im ganzen Tal neue Siedlungen sowohl im Talboden als auch in höheren Lagen. Man muss sich vorstellen, dass es sich bei den Wohnhäusern um kleine, einräumige Bauten handelte. Angeschlossen waren die Bauten für landwirtschaftliche und gewerbliche Zwecke. Die Kulturlandschaft wurde ausgedehnt und neue Anbaumethoden lieferten Produkte für die Selbstversorgung und für den Handel. Das hatte bald ein Zunahme der Bevölkerung zur Folge. Mehr und mehr an Bedeutung gewann das Münstertal auch wegen seiner besonderen Lage als Durchgangsgebiet zwischen Tirol, Engadin und Veltlin. Uber die Bergpässe wurden grosse Ladungen mit Handelgütern geführt ( Salz, Wein, Getreide, Metalle, Stoffe usw.)
Kirchlich gehörten ursprünglich alle Dörfer des Münstertals zum Kloster Müstair. Der oberste Grundherr war aber der Bischof von Chur, dessen Grundbesitz bis in die Gegend von Meran reichte.
Im Laufe der Jahrhunderte verlor der Bischof mehr und mehr an Einfluss. Die vielen Landadligen in der Grafschaft Vinschgau konnten ihre Macht ausbauen. Sie liessen Burgen und Schlösser bauen und rissen Güter und Rechte des Bischofes an sich.
Zu den mächtigsten Vögten im Vinschgau zähltendie Herren von Matsch. Sie dehnten ihre Herrschaft über weite Gebiete der Bündner Alpentäler aus. Dabei waren sie oft grausam und rücksichtslos auch gegenüber der der einheimischen Bevölkerung. In einem Protestschreiben aus dem Jahre 1394 klagt der Bischof von Chur: :“ da verbrenntet die von Mätsch in dem Münstertahl dem Gottshus schöne Dörfer als das ist ze Tufers und zu St. Maria und welche huser Sie nid verbrennen mochten, den brachten Sie die Muren ein und brachenauch viel heuser in dem Vinschgeu als das ist ze Schluderns und anderswo...“
Im 14.Jahrhundert trat Bischof Peter Gyto immer mehr Grundrechte an Oesterreich ab. Dagegen reagierten die Leute in allen Talschaften des Bistums und gründeten 1367 zur Abwendung der drohenden Gefahr den Gotteshausbund. Das Münstertal bildete zusammen mit den Gotteshausleuten im Vinschgau das 11 Hochgericht.
Im Jahre 1427 erhielten die Münstertaler ihr eigenes Grundgesetz. Die „ Civil – und Criminalstatuten „ sind auch Ausdruck des wachsenden Selbständigkeitswillens der Bevölkerung dieses abgelegenen Winkels im Freistaat der drei Bünde.
Das Mittelalter endete mit den hartnäckigen Auseinandersetzungen zwischen Bündnern und Tirolern. Am 22 Mai 1499 schlugen die Bündner das kaiserliche Heer an der Calven und verwüsteten viele Dörfer im Vinschgau. Wenige Wochen später wurde das Tal von den Truppen Maximilans eingeäschert und ausgeplündert. Dies – und jenseits der Grenze herrschte Not und Elend. Die geplagte Bevölkerung konnte sich aber wieder aufraffen und mit Optimismus den Weg ins neue Jahrhundert,in die Neuzeit bahnen.
Mittelalter Übersicht
476
Odoaker, König der Germanen, zerstört das weströmische Reich Rätien kommt unter die Herrschaft der Ostgoten.
539
Rätien wird dem Reich der Franken einverleibt
600 – 800
Die Viktoriden herrschen mit grosser Macht als weltliche und kirchliche Fürsten in Churrätien. Als Lebensträger der fränkischen Könige lassen diese Churer Bischöfe mehrere Kirchen und Klöster bauen, u. a. jene von St. Luzius in Chur, Cazis, Disentis, Mistail, und schliesslich auch Müstair
775
Wichtigstes Datum in der Geschichte des Münstertals, nach seiner Krönung zum König der Langobarden (774) hat Karl der Grosse das Benediktinerkloster in Müstair gegründet, das dann die Geschichte des Tals und die ganze Talentwicklung bis heute wesentlich beeinflusst hat
785
Gründung des Männerklosters Müstair ( Monasterium Tuberis ) weltberühmte karolingische Klosterkirche mit einmaligen Wandmalereien.
806
Neue Grafschaftsverfassung Karls des Grossen in Rätien eingeführt. Trennung der weltlichen und geistlichen Gewalt. Der Bischof von Chur verliert viele Feudalgüter in Rätien. Auch das Kloster Müstair gelangt in Königlichen Besitz
881
Tauschvertrag zwischen Karl dem Dicken ( Karl III .) und dem Bischof von Chur. Dieser erhält das Kloster Müstair gegen Hergabe seines Besitzes im Elsass.
1079
Brand der Klostergebäude und Wiederaufbau durch Bischof Norbert
um 1150
Vom Männerkloster zum Frauenkloster.
um 1170
Lebensgrosse Stuckfigur Karls des Grossen in der Klosterkirche
1300
Heilig – Blut – Wunder der Klosterfrau Agnes. Müstair wird Wallfahrtsort.
1367
Gründung des Gotteshausbundes in Graubünden
um 1400
Machtkampf der Vögte von Matsch gegen den Bischof von Chur.
1418
Die heute reformierte Kirche St. Martin von Valchava wird erstmalig erwähnt
1427
Münstertaler " Civil und Kriminalstatuten "
1466
Provisorische Teilung der Münstertaler Alpen.
1499
22 Mai Calven Schlacht mit dem Sieg der Bündner Truppen über die Kaiserlichen.
Überlieferte Heldentat Benedikt Fontanas.
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